Ich hatte einen Gedanken zu teilen und rief ihn sofort an
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Letzten Freitag hatte ich einen Freund getroffen. Im Laufe unseres Treffens hatten wir uns gegenseitig ein paar Inhalte empfohlen, die wir in letzter Zeit als nützlich oder inspirierend empfanden. Ich solle mir unbedingt eine bestimmte Podcast-Folge anhören, meinte er. Er bestand regelrecht darauf, dass ich es tue, und wenn mein Freund mir mit etwas so ankommt, dann weiß ich, dass es gut sein wird. In letzter Zeit bin ich ein wenig aus der Übung gekommen, mir stundenlange Podcasts anzuhören. Heute jedoch war ich mit ein paar Wohnungsarbeiten beschäftigt und hatte nebenbei die Möglichkeit gefunden.
In dieser Folge wurde Paul Rosolie interviewt. Bereits seit 20 Jahren setzt er sich für die Rettung des Regenwaldes ein. Er gab tiefe Einblicke in sein Vorhaben und sein Leben im Amazonas. Viele tolle Perspektiven, von denen man so nie hört, ich hielt es für sehr spannend. Bei ca. 1:53:00 durfte ich etwas Wunderschönes hören. Paul R. erzählte, wie er vor fünf Jahren an einem mentalen Tiefpunkt geraten war. Zu diesem Zeitpunkt setzte er sich bereits 15 Jahre für den Regenwald ein. Er und sein kleines Team hatten nur wenige Mittel und in ihren Augen nichts sagenhaftes geschafft. Für Paul war der Gedanke, so ohne nennenswerte Ergebnisse weiterzumachen, kräftezehrend. Er rief einen Freund an und erzählte ihm im Vertrauen, dass er darüber nachdenkt, sein Vorhaben sein zu lassen und sich einen Job zu suchen. Sein Freund sagte ihm auf gut Deutsch, dass Paul sein Maul halten solle. Er habe auf seinem Weg bereits so viele Menschen inspiriert und mit seinem täglichen Vorhaben bewirke er längst einen Unterschied. Paul solle am Ball bleiben, und er blieb es.
Nach diesem Tiefpunkt wurde es besser, drastisch sogar. Paul war kurz davor aufzugeben und in den fünf darauffolgenden Jahren hat sich sein Investment der 15 vorherigen Jahre endlich bewährt. Sein Team vergrößerte sich, seine Botschaft wurde immer weiter in die Welt hinausgetragen und mittlerweile erhält er viele Förderungen, mit denen er viel mehr, viel schneller, bewirken kann.
Mein Freund, der mir diesen Podcast empfohlen hatte, hat auch eine klare Mission vor sich. Nachdem ich diese Stelle im Podcast gehört hatte, rief ich ihn sofort an und bat ihn darum, mir drei Minuten lang zuzuhören, egal ob es gerade passt oder nicht. Tatsache war, dass es einen besseren Zeitpunkt hätte geben können, aber auf drei Minuten ließ er sich ein. Ich nahm die Geschichte von Paul zum Anlass, ihn an etwas zu erinnern:
In Zeiten des Zweifels, wenn er denkt, alles hätte keinen Sinn und er würde sein Ziel niemals erreichen, dann soll er sich jemanden zum Reden suchen. Er soll nicht mit seinen Gedanken alleine bleiben, weil das einen meistens nur in eine Abwärtsspirale befördert, in welcher die Negativität den Glauben an sich selbst zerstört. Er soll wissen, dass, wenn er glaubt, niemanden zum Reden zu haben, er mich hat. Wenn es hart auf hart kommt, werde ich ihn an sein Vorhaben und die Gründe dahinter erinnern. Ihm vor Augen halten, was er bereits alles geschafft hat und dass er seinem Ziel näher kommt. Niemals muss er mit seinen Gedanken alleine sein. Das zu hören bedeutete ihm eine große Menge.
Du, mein Freund, wirst noch vieles erreichen, und ich bin gespannt zu sehen, was dir auf deiner Reise alles passiert. Ich werde immer für dich da sein

