Mein erster richtiger Museumsbesuch

Kunst lehrte mich heute etwas sehr wichtiges


2–3 Minuten

|

378 Wörter

|


Geschweige denn, dass ich mich in meiner Jugend zu kaum etwas habe treiben lassen können, interessierte mich Kunst und Kulturelles nicht so wirklich. Schulexkursionen waren immer erzwungen und ich hatte nie eine tiefere Botschaft aus den Werken erkannt.

Mein Date mag diese Sachen und wollte mit mir gerne die Neue Welten-Ausstellung im Museum Folkwang besichtigen. Als wir in den ersten Raum eintraten, war das erste Werk von einem Künstler, über welchen wir uns erst vor ein paar Wochen eine Doku angesehen hatten. Sein Werk zog mich direkt in seinen Bann und ich war fasziniert davon, eines seiner Werke in echt zu sehen. Von dort an trennten sich unsere Wege bereits und jeder ging in seinem Tempo durch die Ausstellung. Und ich glaube, dass das gut so war.

Zunächst sprachen mich die ausgestellten Werke nur oberflächlich an. Als ich mir dann die Zeit nahm, sie genauer zu betrachten, lösten sie etwas in mir aus. Und mit Betrachten meine ich nicht nur, vor ihnen zu stehen. Ich habe die verschiedensten Winkel und Positionen eingenommen. Links, rechts, von unten (ja, ich hatte gehockt und gekniet) sowie in verschiedenen Abständen. Schlussendlich kam ich auf eigene Interpretationen und fand für mich eine Bedeutung. Alleine unterwegs zu sein, gab mir demnach keinen Druck, weitergehen zu müssen, und ich konnte teilweise bis zu 15 Minuten bei einem Ausstellungsstück verweilen.

Was ich aus dieser Ausstellung als Gesamtes mitnehmen konnte, war, dass wirklich nichts perfekt ist und auch nicht sein muss. Bei vielen Werken machten die Proportionen wenig Sinn, vieles wurde abstrakt dargestellt, teilweise wurden ganze Farbkleckse nicht ordentlich verstrichen und grundsätzlich machten viele Kompositionen keinen Sinn. Wenn ich genauer hinschaute, sah ich immer etwas, was ich bemängeln konnte. Das jeweilige Werk als Ganzes war jedoch immer wunderschön.

Zweieinhalb Stunden ging ich durch diese Ausstellung, stellte ich danach fest. Währenddessen schaute ich nämlich nicht nach der Uhrzeit. Bei meinem Gang vergaß ich Zeit und Raum. Ich war in meiner ganz eigenen Welt, in welcher ich nach Bedeutung suchte und sie sogar fand.

Künftig werde ich versuchen, mich nicht mehr so sehr in den Details zu verlieren. Das Gesamtbild, die Absicht, die Botschaft hinter dem, was ich tue, ist immer wichtiger.

Danke, dass du mich mit zu dieser Ausstellung genommen hast