Oft unterschätze ich mein Können und Wissen

Manchmal muss ich mir eingestehen, dass ich tatsächlich gut in etwas bin


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Vergangenen Donnerstag hatte ich mir einen Vortrag von Theresa Scholten angehört. Wir kannten uns bereits flüchtig aus kurzen, vergangenen Begegnungen. Vor der Präsentation quatschten wir kurz und sie sagte, dass sie sich über mein Feedback freuen würde. Das habe ich sehr ernst genommen und ich machte mir einige Notizen. Danach hatten wir nicht mehr die Zeit gefunden, darüber zu sprechen, weshalb wir ein Treffen ausmachten, und dieses war heute.

Wir trafen uns zum Abendessen. Nach meiner Ankunft und einer sympathischen Begrüßung, hat sie angeboten, später die Rechnung zu übernehmen. Ich würde mir „extra die Zeit für sie nehmen”, sagte sie. Ich fühlte mich geschmeichelt, und auch wenn ich gelernt habe, öfter ja zu solchen Angeboten zu sagen, wollte ich es ablehnen. Es fühlte sich nicht gerecht an, da dieses Treffen sich nicht um ihren Vortrag und mein Feedback dazu drehen wird. Dieser Abend war auch ein Austausch, bei dem ich auch etwas mitnehmen werde, und darunter war einiges.

Theresa hat viele, einzigartige Erfahrungen gemacht und ich fand es spannend, ihr zuzuhören. Nicht jeder in seinen Dreißigern kann von sich behaupten, 16 Arbeitgeber gehabt zu haben und 16 Mal umgezogen zu sein.

Schlussendlich gingen wir zum Feedback über und ich habe sie direkt überraschen können. In meiner Freizeit hatte ich alles an Notizen aufbereitet und geordnet, damit ich es ihr bestmöglich überbringen, aber auch damit sie es noch einmal nachlesen kann. Das wusste sie sofort zu schätzen, und mit meinem Inhalt habe ich sie irgendwann verblüffen können. Ich unterteilte meine Notizen in Gut gemacht und Verbesserungswürdig. Über einzelne Punkte haben wir auch schöne Diskussionen gehabt. Den besten Tipp hatte ich mir zum Schluss für sie aufgehoben. Es ist eine Art der Formulierung, mit welcher man die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer permanent in der Hand halten und kontrollieren kann. Um zu verdeutlichen, wie gut es ist, habe ich diese Technik während unseres Abendessens eingebunden und bewusst angewandt. Ich wollte es ihr nach dem Ende der Feedback-Runde vor Augen halten.

Nachdem ich diese Technik mit ihr teilte und Beispiele aus ihrem Vortrag zur Verdeutlichung wählte, realisierte sie von selbst, was ich den Abend über machte. Sie zählte die meisten Stellen auf, an denen ich es tat, und als sie darauf zurückblickte, merkte sie, wie sehr ich sie durch diese Technik an der Stange gehalten hatte. Für mich war dieser Moment der Realisierung sehr witzig.

Leider jedoch war unser Abend zeitlich begrenzt und wir mussten uns so allmählich auf den Weg machen. Wir hätten noch stundenlang weiterreden können, da bin ich mir sicher. Im Laufe des Abends machte sie mir viele indirekte Komplimente, was mich sehr freute:

  • Ob ich Coachings anbiete, fragte sie
  • Sie würde mich sofort zur Beratung einstellen
  • Ich sei besser als Kollegen von ihr, die mit Menschen aktiv kommunizieren müssen

Vieles von dem Wissen, das ich habe, erscheint mir heutzutage so normal. Speziell mit dem Präsentieren vor Menschen und der Informationsweitergabe beschäftige ich mich schon lange. Ich sollte wirklich mehr Gebrauch davon machen.

Ich danke dir für diesen netten Abend. Er hat mir mehr Selbstvertrauen in meine Fähigkeiten beschert