Warum ich mich gezwungen fühle, Bücher immer zu Ende zu lesen
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„Effektives Lesen bedeutet, ein Buch abzubrechen, wenn es einem nicht mehr zusagt, damit nicht weiter Zeit verschwendet wird.” So oder so ähnlich wird es zumindest online sehr stark publiziert. Letztens hatte ich das erste Mal seit Jahren wieder ein Fantasybuch gekauft: The Third Love. Die Beschreibung auf der Rückseite hatte mir zunächst ausgezeichnet gefallen, nur habe ich es letzten Endes nicht gerne gelesen.
Wie ich bereits etablierte, ist es laut der Meinung vieler anderer in Ordnung, ein Buch abzubrechen. Das hatte ich über die Jahre immer und immer wieder gehört. So oft, dass es meinen Kopf bereits von dieser Meinung hätte überzeugen müssen. Und auch, wenn ich denke, dass es in Ordnung ist, konnte ich mich nicht dazu bringen, aufzuhören. Und ich glaube, dass es zwei Gründe hatte:
- Ich möchte meinen Lesemuskel stärken bzw. ich möchte ihn nicht schwächen. Wenn ich dieses Buch abgebrochen hätte, wäre es wahrscheinlicher, dass ich zukünftige Bücher auch abbrechen würde. Ich möchte vermeiden, an den Punkt zu kommen, jedes Buch abzubrechen, nur weil mir der Anfang vielleicht nicht zusagt.
- Ich glaube sehr daran, dass jedes Buch, diese von Lektoren nachbearbeiteten Werke, einem immer einen Mehrwert mitgeben kann, wenn man aufmerksam liest.
Und es waren nicht viele, teils sogar sehr vage Mehrwerte, aber das Buch hat mich folgendes mitnehmen lassen:
- Ein verbessertes Verständnis für japanische Kultur und japanischen Schreibstil
- Eine neue Seite zum Thema Liebe erkundet
- Eine wichtige Erinnerung durch einen Teildialog:
„I’m a rich man now, compared to back then.”
„Rich?”
„You bet. I have no worries about finding food for today – that’s rich enough for me.”
Ich bin sehr stolz darauf, dass ich meine Prinzipien habe und diesen folge. Dieses Buch heute abzuschließen, hat mir doch noch einiges beschert

