Mein erstes Personalgespräch

So verläuft kein übliches Personalgespräch (denke ich)


1–2 Minuten

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292 Wörter

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Die Kommunikation in unserem Betrieb hat im letzten Jahr extrem zu wünschen übriggelassen. Mit einem großen Teammeeting letzte Woche und einzelnen Personalgessprächen diese Woche wurde jetzt mal wieder alles aufgefrischt.

Tatsächlich ist das heute auch mein erstes Personalgespräch überhaupt gewesen. Entweder bin ich in vergangenen Jobs zu kurz angestellt gewesen, oder es war nicht gängig bei diesen Arbeitgebern. Ich freute mich sehr auf dieses Gespräch, weil ich wusste, es würde eine vernünftige Unterhaltung werden, in welcher wir alle etwas lernen.

Für jeden Mitarbeiter nahmen sich die Chefs bis zu 30 Minuten Zeit. Nachdem wir uns zunächst locker begrüßten, nahmen wir alle eine ernstere Haltung ein. Die ersten drei Minuten ging es darum, wie toll und wie froh man ist, mich im Betrieb zu haben. Es gab keine bemängelte Sache an mir. In den restlichen 31 Minuten (wir haben ein wenig überzogen) ging es um meine Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge für den Betrieb. „Alles wichtige Anreger!”, hieß es, und wir diskutierten genauer über mögliche Umsetzungen. Zum Abschied haben wir die Ernsthaftigkeit nicht nur wieder abgelegt, sondern komplett aus dem Fenster geworfen. Wir pöbelten herum und gaben uns Handschläge. Das finde ich richtig gut. Meine Chefs und ich verstehen uns wunderbar miteinander und wir können jederzeit zwischen ernst und locker wechseln.

Das Personalgespräch tat mir in vielerlei Hinsicht gut. Zunächst war es schön, mal allen Chefs gleichzeitig gegenüberzusitzen und offen sagen zu können, was mir durch den Kopf geht. Viel mehr wert jedoch war es, bestätigt zu bekommen, dass ich tatsächlich so gut bin, wie ich mir immer denke. Es zeigt mir, dass ich mir meines Könnens wirklich bewusst bin und nicht eingebildet durch meinen Arbeitsalltag stolziere.

Danke an euch, dass ihr die Kommunikation mit uns Mitarbeitern wieder aufgenommen habt