Über den Wasserschaden in meiner Wohnung

Der viermonatige Prozess der Beseitigung


2–4 Minuten

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575 Wörter

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Im September letzten Jahres gab es im Gebäude meiner Wohnung einen Rohrbruch, zwei Etagen über mir. Ich weiß noch, wie ich nach Hause gekommen bin und es in der Wand fließen hörte. Zunächst dachte ich, in der Wohnung über mir würde jemand duschen. Könnte ja sein, dass ich rein zufällig, nachdem ich bereits über ein Jahr dort am Wohnen bin, es nun das erste Mal mitbekomme. Dann stand der Hausmeister des Gebäudes vor meiner Tür, erzählte mir von dem Schaden, und ich wusste, dass die nächste Zeit sehr umständlich sein würde.

Über die nächsten Tage wurden meine Wände spürbar nass und es bildeten sich viele gelbe Flecken. Die Hausverwaltung reagierte, für eine Hausverwaltung verhältnismäßig schnell, und beauftragte eine Trocknungsgesellschaft. Zunächst inspizierten sie den Fall in meiner Wohnung und brachten daraufhin zeitnah Trocknungsgeräte vorbei. Auch wurden sie für die Wohnungen in den Etagen über mir beauftragt. Scheinbar hätte ich es im Vergleich noch gut.

Die Wohnung, in der der Ursprung des Schadens ist, konnte ihr Badezimmer nur eingeschränkt nutzen. Das Waschbecken musste abmontiert und ein großes Loch in der anliegenden Wand aufgerissen werden, um an das beschädigte Rohr zu gelangen.
In der Wohnung direkt über meiner gab es einen Totalschaden. Unendlich viel Wasser floss durch die Wände und fand auch seinen Weg zum Sicherungskasten und beschädigte diesen. Deshalb gab es dort sogar keinen Strom, was die Trocknungsarbeiten nur erschwerte. Die gute Frau hatte eine lange Zeit kein Zuhause und musste im Hotel übernachten. Glücklicherweise musste sie diese Kosten nicht alleine tragen.

Aber nur weil ich es im Vergleich noch gut hatte, heißt es nicht, dass ich es angenehm hatte. Die Trocknungsgeräte waren fast vier Wochen bei mir. Man hat sogar Löcher in meine Wände machen müssen, um dort Schläuche zum Entziehen der Feuchtigkeit einzuführen. Eines dieser Geräte in jedem meiner Räume, eingeschaltet für mindestens 16 Stunden am Tag. Es war eine furchtbare Lautstärke. Sie hat mir starke, mental erdrückende Kopfschmerzen bereitet. Ich hatte zu Hause keine Ruhe mehr.

Nach ca. vier Wochen (Anfang November) war es endlich vorbei. Für die entstandenen Löcher in meiner Wand sowie die gelben Flecken musste die Hausverwaltung noch einen Maler beauftragen. Das hat auch gut gedauert, war aber auch nicht so dringend. Ohne diese Lautstärke und den vielen Platz, den die Geräte einnahmen, fühlte sich meine Wohnung auch wieder wie mein Zuhause an.

Der Maler war ein wirklich netter Zeitgenosse, der mir die Wände über drei Termine hinweg wieder schönmachte. Heute war er zum letzten Überstreichen da. Zwischendurch machte er eine Pause, da er ein wenig auf das Antrocknen der Farbe warten musste, bevor er wieder weiterstreichen konnte.

Währenddessen fielen ihm ein paar Macken und Löcher an einer anderen Wand von mir auf, die nichts mit dem Wasserschaden und seinem Auftrag zu tun haben. Die Macken entstanden dadurch, dass mir mal Gegenstände umgefallen und gegen die Wand gedonnert waren, und die Löcher sind noch von einer ehemaligen Fernsehhalterung. Er bot sich an, sich in dieser Wartezeit auch darum zu kümmern. Er spachtelte alles schnell über bzw. zu und später hat er die ehemaligen Löcher sogar noch ein wenig überstrichen, damit der graue Spachtel nicht so präsent ist. Wäre ich nicht so gastfreundlich gewesen, kann ich garantieren, dass er sich nicht angeboten hätte. Auch ließ er mir einen Rest der weißen Isolierfarbe da, sollte mir bald doch noch einmal eine gelbe Stelle auffallen.

Ich bin sehr froh, dass die Hausverwaltung Sie gewählt hatte. Danke für Ihre tolle Arbeit