Respektiere die Zeit anderer Leute

Warum ich meine Hilfe künftig nur noch in Maßen anbieten werde


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Vor fünf Jahren habe ich aktiv Turniere zu dem Spiel Super Smash Bros. Ultimate organisiert und durchgeführt. Ich war ein Teil von Team Calyptus, welches sich über die Corona-Zeit nach und nach auflöste. Einiges von unserem damaligen Equipment verkauften oder gaben wir weiter an andere. Ein paar unserer damaligen Monitore, Mehrfachstecker und Switch-Docks lagere ich seither in meinem Keller, damit jeder von uns etwas in kleinerer Runde organisieren kann, wenn man es möchte.

Lange ist mit diesen Sachen nichts passiert, und das fand ich schade, denn ich hatte sie nicht zum Verstauben aufbewahrt. Über Ecken hatte ich vor ein paar Monaten mitbekommen, dass ein Organisator eine Tekken-Turnierserie starten möchte. Ich habe ihm proaktiv meine Hilfe angeboten mit Equipment, das er sich von mir leihen kann.

Als er die Monitore dann das erste Mal haben wollte, war die Kommunikation seinerseits wirklich schlecht. Er schrieb mir am Tag vor dem Turnier, wie wir das angehen wollen, mit dem Abholen und Zurückbringen. Ich hatte das Wochenende bereits anderweitig verplant und er hätte sich viel früher melden sollen. Ich sagte ihm, dass es so nicht klappt und er sich das nächste Mal bitte frühzeitig bei mir melden soll.

Bei einem nächsten Mal meldete er sich dieses Mal wesentlich früher. Zwei Wochen im Voraus. Wir sprachen uns ab und alles konnte gut verlaufen.

Für den heutigen Verleih meldete er sich mit einer Woche im Voraus gerade noch rechtzeitig. Nur dieses Mal mussten wir es zeitlich anders angehen. Er musste früher am Morgen zum Abholen kommen und abends auch alles früher zurückbringen. Leider war er morgens 15 Minuten zu spät, weil er das Packen seines eigenen Equipments unterschätzte, wie er meinte. Wir haben es zwar immer noch innerhalb des gegebenen Zeitrahmens geschafft, auch mit Puffer am Ende, aber mich nervte es. Warum? Dazu gleich mehr.

Am Abend sollte er sich melden, wenn er fertig sei, und mir sagen, wann ich ihn zum Annehmen der Monitore erwarten kann. So tat er auch. Unangenehm wurde es für mich nur dann, als die Monitore doch 20 Minuten später eintrafen, wie er es schrieb. So habe ich draußen in der dunklen Kälte gewartet und meine Zeit regelrecht verschwendet.

Die Sache ist die: Ich müsste ihm hiermit keinen Gefallen tun. Wir kennen uns auch gar nicht. Ich mache das aus der Güte meines Herzens heraus. Dass er dann bei Zeiten nicht gut genug kommuniziert und meine Zeit, die ich extra aufwende, nicht respektiert, finde ich ist ein großes Unding.

Irgendwo liegt es aber auch in meiner Verantwortung. So oft verspüre ich nämlich das Verlangen anderen Menschen auf meine eigenen Kosten helfen zu wollen und diese Hilfe biete ich meist zu unüberlegt an. Es ist etwas, das ich an mir ändern werde und muss, weil ich merke, dass es mir nicht gut tut, wenn mit mir so umgegangen wird.

Mal gucken, ob ich ihm meine Sachen erneut ausleihen werde. Ich mache mir mal Gedanken darüber, aber auch nicht zu viele