Meine Gedanken zum eigenen Haare schneiden
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Noch bis vor nicht allzu langer Zeit hatte ich keine Kontrolle über meine Finanzen. Ich tätigte viele zu unüberlegte Fehlkäufe und verlor dadurch viel Geld. Es wurde besser, seitdem ich mich mit diesem großen Thema der Finanzen und dem Führen eines Haushaltes näher beschäftigt hatte. Auch habe ich Geld nicht mehr als Tabuthema betrachtet und mit anderen detailreich darüber geredet. Das hat sehr geholfen.
Eines Tages machte es für mich Klick und es wurde besser. Ich entwickelte Systeme, um mit meinem Geld besser umzugehen, und fand Tricks, mit denen ich im Alltag Geld sparen kann. Ich habe nun viele Möglichkeiten in meinem Blickfeld und wäge ab, was für mich Sinn ergibt umzusetzen und was nicht. Bei einer Sache jedoch war ich mir lange nicht sicher.
Vor etwa einem Jahr habe ich Videos zum Thema Frugalismus gesehen. In einem dieser Videos erzählte jemand, dass er sich beibrachte, sich selbst die Haare zu schneiden, um kein Geld mehr für den Friseur ausgeben zu müssen. Ein wahrlich interessanter Gedanke, nur wollte ich mich damals weder dafür noch dagegen entscheiden. Ich ließ diese Idee zunächst in meinem Hinterkopf ruhen.
Vergangene Woche ist mir genau das wieder eingefallen. Meine Haare sind mittlerweile wieder sehr lang geworden und es wäre wieder an der Zeit, sie zu kürzen. Ich spielte auch ein wenig mit der Überlegung, sie wachsen zu lassen, aber kürzer ist mir dafür viel zu praktisch. Lohnt sich selbst schneiden denn so sehr bei mir? Meine momentane Lage ist folgende:
Bei meinem Friseur zahle ich 15€ (+5€ Trinkgeld) und das ca. alle eineinhalb bis zwei Monate. Auch befindet sich mein Friseur nur ein paar Minuten Fußweg von meiner Wohnung entfernt. Günstiger und besser gelegen geht es kaum, um den eigenen Ansprüchen seiner Frisur gerecht zu werden. Bessere Bedingungen kann ich nicht haben, außer wenn ich mir die Haare zu Hause selbst schneiden würde.
Es sind ca. 90 bis 120 € im Jahr bei meinen aktuellen Bedingungen und einem maximalen Zeitaufwand von 30 Minuten. Wenn ich mir die Haare selbst schneiden bzw. rasieren würde, bezahle ich einmalig 70€ für einen ordentlichen Rasierer und evtl. noch ein bisschen Geld für eine Haarschere. Vielleicht muss ich alle Jubeljahre mal wieder neue Gerätschaften kaufen, aber nach einem Jahr hätte ich das Geld wieder reingeholt und würde langfristig viel Geld sparen. Auch der Zeitaufwand wäre bei reinem Abrasieren mit eigenem Aufräumen geringer, als zum Friseur zu gehen. Ebenfalls gewinne ich hier Flexibilität, da ich nicht mehr auf Termine warten bzw. mich nicht mehr nach meinem Friseur für einen geeigneten Zeitpunkt richten muss.
Also selbst bei den besten Umständen, die ich aktuell habe, lohnt es sich mehr, es selbst zu machen. Gerade langfristig gesehen, werde ich diese Umstände auch nicht beibehalten. Garantiert ist, dass ich eines Tages umziehen werde. Mein Friseur kann dann nur teurer und weiter weg sein.
Und so habe ich mich heute dazu entschlossen, es zu versuchen. Ich habe mir einen Rasierer bestellt. Vorerst ohne Schere, um zu sehen, ob er vielleicht reicht. Ohnehin verspreche ich mir, dass ich es mindestens zwei Mal ausprobieren werde, da beim ersten Mal mit großer Sicherheit etwas anders läuft als erwartet. Schließlich habe ich noch keinerlei Übung darin. Sollte es dann nicht funktionieren oder mir nicht gefallen, kann ich immer noch zu meinem Friseur zurückkehren. Auch für einmalige, besondere Anlässe bleibt mir der Friseur ja nicht gestrichen.
Im Laufe der Woche kommt der Rasierer an und ich werde es versuchen. Boah, ich bin hart aufgeregt und gespannt

