Und weitere Male folgen
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Im Laufe der letzten Jahre habe ich mir eine starke Kältetoleranz antrainiert. Ich dusche bereits seit vielen Jahren kalt und seit zwei Jahren gehe ich gelegentlich auch Eisbaden.
Das Eisbaden hat jedoch stark abgenommen in den letzten Monaten. Dafür zu bezahlen, möchte ich nicht so gerne, und alleine in einen kalten See zu springen, ist zu gefährlich. Leider hat sich immer seltener eine Begleitung dafür finden lassen.
Letztens hat mein Date bei einem Gewinnspiel etwas gewonnen: Einen Gutschein für eine Kältetherapie beim Physiotherapeuten. Diese Therapie enthält zehn Gänge in eine Kältekammer. Da sie weiß, wie gerne ich mich Kälte aussetze, hat sie direkt an mich gedacht. Einen Gang möchte sie selbst ausprobieren. Da sie die Vermutung hat, dass sie es nicht leiden wird, stand die Überlegung im Raum, ob sich die restlichen Gänge auf meinen Namen übertragen ließen würden.
Zu ihrem ersten Mal lud sie mich ein, sie zu begleiten, und das war heute. Auf ihre Reaktion war ich besonders gespannt. Als wir vor Ort waren, wurde ich von der Physiotherapeutin gefragt, ob ich nicht auch mit in die Kältekammer möchte. Für mein Date war es in Ordnung, und so habe ich mich voller Enthusiasmus bis auf die Unterwäsche entkleidet, habe Ohren- und Mundschutz angelegt und bin mit hineingegangen.
In diese Kammer wird –70 °C kalte Luft gepustet. Schnell haben wir am jeweils anderen gesehen, wie leichter Frost an den Haaren entsteht. Wir haben es für zwei Minuten gemacht.
Wie gesagt, bin ich Kälte gewohnt und fand es nicht so schlimm. Für mein Date war es jedoch anders als gedacht. Sie hätte noch länger gekonnt und fand es besser als erwartet. –70 °C kalte Luft klingt zunächst krass, aber da Wasser einem die Wärme wesentlich schneller entzieht, fühlt sich ein Eisbad in der Regel deutlich unangenehmer an und lässt einen richtig frieren.
Im Nachhinein hat sie es sehr genossen. Draußen war ihr nicht mehr kalt und sie merkte einen Unterschied in ihren Beinen. Es fühlte sich angenehmer an, zu spazieren. Es schien irgendwas gelöst zu haben. Ihr letztes Mal wird es nicht gewesen sein, und sie meinte zu mir, dass wir die Tage unbedingt wieder einen gemeinsamen Termin finden sollten. Das von ihr zu hören, fand ich schön. Mich freut es sehr, dass sie mich dabeihaben möchte.
Wir wissen nur nicht, ob dieses eine Mal heute für zwei der zehn Male galt, weil wir ja zwei Personen waren. Dazu müssen wir das nächste Mal nachfragen. Und für das nächste Mal schlug ich vor, dass wir lockere fünf Minuten machen können. Sie erwiderte, dass wir sieben machen sollten. Voll cool!
Ich bin gespannt, wie es das nächste Mal sein wird. Danke, dass du mich dabei hast

