Warum nicht ein neuer Ort, sondern ein gemeinsames Erleben meine Motivation zurückgebracht hat.
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Einige Jahre hatte ich eine On-Off-Beziehung mit dem Dehnen. Erst nach längerem habe ich für mich wirklich verstanden, dass es hilft Verletzungen vorzubeugen. Seit ca. einem Jahr dehne ich mich fast täglich nach dem Aufstehen für zehn bis 15 Minuten. Dadurch bemerkte ich im Alltag weniger Verklemmungen und fühlte mich bereits früh am Tag um einiges lockerer, sogar wacher!
Ich liebte dieses neue Körpergefühl sehr und hatte das Bedürfnis, es so lange wie möglich zu behalten. Auch, wenn ich noch 24 Jahre jung bin und noch keine körperlichen Probleme habe, weiß ich, dass das Älterwerden meinen Körper im Laufe der Zeit einschränken und mir dieses tolle Gefühl nehmen wird. Ich möchte dem Älterwerden vorbeugen und meine Bewegungsfreiheit noch lange genießen können.
Aus diesem Grund habe ich vor einem halben Jahr damit begonnen, längere und bewusstere Dehn-Einheiten (also Yoga) in meinen Alltag zu integrieren. Dafür habe ich mir 30 bis 45 Minuten Videos auf YouTube angesehen und den Leuten nachgemacht. Auch hier war es etwas länger eine On-Off-Beziehung. Teilweise habe ich drei Wochen am Stück kein Yoga gemacht. Vor ein bis zwei Monaten jedoch hat sich auch das eingependelt und ich mache es seitdem jede Woche mindestens einmal, oft auch zweimal.
Diese Yoga-Einheiten gefielen mir sehr gut. Gerade das verbesserte Körpergefühl und die beweglichen Vorteile, die sich hier abermals zeigten, waren erstaunlich. Nur wurde es mir zu langweilig. Es jedes Mal zu Hause zu machen, hat es sehr abgestumpft. Neue Yogavideos haben mir nicht genug Abwechslung geboten und dafür im Winter nach draußen zu gehen, ist nicht die beste Option. Und so habe ich meine übliche Routine leider stumpf weitermachen müssen, aufhören wollte ich nicht.
Heute auf der Arbeit waren meine Aufgaben verhältnismäßig überschaubar, wodurch ich mit einer Kollegin etwas mehr ins Quatschen kam, als sonst. Irgendwann fiel mir wieder ein, dass sie auch regelmäßig Yoga praktiziert. Also fragte ich, ob sie später Lust auf eine gemeinsame Einheit hätte. Die Idee fand sie gut!
Weil sie mit Yoga-Posen erfahrener ist, leitete sie uns an. Ich habe ihr gut folgen können. Einige Posen waren auch neu für mich. Da habe ich erkannt, wie gut ich bereits geworden bin. Bei ein paar Posen bin ich jedoch kläglich gescheitert und habe diese nicht gut ausführen können. Ich durfte dadurch feststellen, dass meine Körpermitte noch nicht stark genug ist und ich mir bei meinem unteren Rücken eine bessere Haltung angewöhnen muss.
Nach den Posen haben weitere Übungen probiert. Unter anderem wollte sie ihren Kopf- und Handstand trainieren, da sie dabei noch einige Schwierigkeiten hat. Ich, zu meinem Überraschen, habe den Kopfstand sofort gemeistert und beim Handstand schnell Fortschritte erzielen können. Allein hätte ich es aber nicht hinbekommen. Es waren ihre Verbesserungsvorschläge, die dafür gesorgt haben!
Heute mit meiner Arbeitskollegin Yoga zu machen, stellte sich als genau die Abwechslung heraus, die ich brauchte. Kein Ortswechsel der Welt hätte mir so viel bieten können, wie eine Person, mit der ich es gemeinsam machen kann.
Für mich war es ein Erlebnis, das weit über Yoga hinausging. Wenn einer von uns zwischendurch Pause machte, schaute man sich währenddessen die Ausführungen des anderen an. Daraus entstand ein konstanter und so effektiver Austausch von Feedback, durch den wir unsere Posen und Übungen sofort verbessern konnten.
Zu zweit waren wir auch weniger streng zu uns selbst. Wir haben gelacht, ein wenig herumgealbert und die Zeit zusammen genossen. Wir haben gesagt, dass wir das wiederholen werden und ich freue mich riesig darauf.
Danke für die schöne Zeit mit dir. Ich hatte viel Spaß!
Dein dich schätzender Arbeitskollege


