Und ich verschaffe mir die besten Umstände
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Im späteren Verlauf des Jahres werde ich eine Ausbildung zum Diätassistenten beginnen. Ich liebe mein Leben, wie es aktuell ist, und ich würde daran nichts Großes ändern wollen. Jedoch strebe ich nach mehr Wissen im Ernährungsbereich. Ernährung ist mit Schlaf, Bewegung und Beziehungen einer der wichtigsten Faktoren für unser Wohlbefinden. Sowohl physisch, als auch psychisch. Ich möchte dieses Wissen gerne für mein eigenes Wohlbefinden erlangen und es mit anderen Menschen teilen. Ob der Beruf des Diätassistenten langfristig etwas für mich wird, weiß ich bislang nicht.
Aktuell bin ich dabei, mir die besten Lebensumstände zu schaffen, damit diese drei Jahre der Ausbildung so angenehm und effektiv wie möglich werden können. Ich lerne bereits aktiv über Ernährung und probiere dabei verschiedene Lernsysteme aus, um zu sehen, was für mich passt. Für meine Wohnung hatte ich mir viel Zeit genommen, um diese noch einmal so umzugestalten, dass sie für mich optimal funktioniert und ich hier richtig aufgehen und bei Bedarf konzentriert sein kann. Allerdings gehe ich auch so weit, dass ich mich auf einen unwahrscheinlichen Umzug vorbereite. Denn nehmen wir mal an, dass ich gerade mitten in der Ausbildung stecke, diese mir sogar noch viel Stress bereitet und meine Wohnung plötzlich einen Totalschaden erleidet, der mich zwingt auszuziehen, dann würde ich wirklich nicht gut dastehen. Ich habe so viele Dinge in meinem Besitz, die ich nicht brauche und die nur herumliegen. Wenn ich mich noch um all diese unwichtigen Besitztümer in meiner Wohnung und in meinem Keller kümmern müsste, hätte ich es miserabel. Daher bemühe ich mich darum, sehr viel auszumisten. Verschenken, verkaufen, wegschmeißen, damit ich mir auch einen plötzlichen, aber wie zuvor erwähnt unwahrscheinlichen, Umzug vereinfache.
Neben solchen Vorbereitungen musste ich auch zusehen, wie es finanziell aussehen wird. Die Ausbildung wird zwar vergütet, aber mit 900-1000 € netto jeden Monat kann ich nicht leben. Also ich könnte es, wenn ich auf absolute Sparflamme gehen würde. Keine Unternehmungen, keine Gönnungen, keine Sparrate. Ich habe zwar Geld für Notfälle bereits beiseitegelegt und habe zukunftssichernde Versicherungen, aber sollte ich im ersten Ausbildungsjahr mal einen Notfall haben, für den ich viel Geld hergeben müsste, hätte ich eine riesige innere Unruhe, mit Hinsicht auf einen weiteren Notfall. Um mich hierbei abzusichern und immer noch ein für mich angenehmes Leben führen zu können, habe ich mir einen Minijob gesucht.
Mit einem zusätzlichen Minijob würde ich ungefähr so viel verdienen, wie ich es mit meiner derzeitigen 80%-Stelle tue. Mein aktueller Arbeitgeber möchte Minijobber zwar vermeiden, allerdings bin ich schon zwei Jahre da, habe mich extrem bewiesen und man ist froh, mich auch nur für eine Schicht in der Woche da zu haben. Die wissen, dass auf mich Verlass ist. Daher sind die Konditionen auch einwandfrei. Einen besseren Minijob könnte ich nicht haben:
- Ich behalte nützliche Mitarbeitervorteile
- Mein Stundenlohn ändert sich nicht (und dieser ist nicht an der Untergrenze)
- Ich habe weiterhin Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld
- Und das Beste: Der Vertrag ist unbefristet
Es gibt hier keinerlei Haken und ich freue mich so riesig darüber. Und ganz unabhängig von diesen tollen Konditionen bin ich froh, diesen Betrieb nicht verlassen zu müssen. Ich liebe den Job, den ich habe. Dieser fühlt sich für mich vielmehr wie ein bezahltes Hobby an.
Ich habe jetzt noch ein paar Monate, um mich bis zum Start bestmöglich vorzubereiten. Ich bin auf einem guten Weg und voller Euphorie

