DIY-Aktionen an einem teuren Objektiv

Manchmal zahlt es sich aus, die Dinge selbst anzugehen und Risiko einzugehen


3–4 Minuten

|

596 Wörter

|


Ich hatte mir ein Objektiv für meine Kamera bestellt und beim Händler MPB, bei welchem ich in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht hatte, auch für einen wirklich guten Deal. Nur wurde mir das Objektiv mit einem bereits montierten UV-Filter geliefert. Normalerweise würde mich dieser nicht stören. Nur war das Glas auf der Innenseite beschmiert und ich konnte den Filter beim besten Willen nicht entfernen. Dieser muss runter, da das Objektiv für meine Zwecke sonst nicht brauchbar wäre. Ich überlegte, es wieder zurückzuschicken, nur war es verhältnismäßig ein wirkliches Schnäppchen, und irgendwie müsste ich es auch hinbekommen, den Filter zu entfernen.

Zunächst schaute ich mir YouTube-Tutorials an und entdeckte einen wirklich coolen Trick, mehr Grip zu bekommen. Indem man Kabelbinder um den Filter herum festzieht, haken sie sich an den geriffelten Stellen ein und dicken Verbindungsstellen sind super für die Finger zu greifen.

Leider jedoch saß es zu fest. So begab ich mich zu den Kamerahändlern meines Vertrauens: Foto Erhardt und Calumet. Beim einen versuchten sie es mit einem Werkzeug, speziell für einen solchen Anwendungszweck. Doch der Filter sitzt wirklich zu fest. Beim anderen hat man mir inoffiziell geraten, dass ich das Glas des Filters mit einem Hammer vorsichtig brechen und danach den Metallring mit einer Zange aus dem Gewinde des Objektivs herausbiegen könnte.

Zu Hause schaffte ich es, das Glas erfolgreich zu brechen, ohne das Objektiv zu beschädigen. Beim Herausbiegen lief es jedoch nicht so gut. Beim Biegen erzeugte ich irgendwann einen zu großen Druck auf das äußere Plastik und verursachte einen Riss. Erst ist bei mir ein wenig Panik ausgebrochen. Ich merkte, wie mein Herz höher schlug und Schweiß leicht zu fließen begann. Ich habe mir zunächst ein paar Minuten Zeit für mich genommen und meine Atmung wieder unter Kontrolle gebracht. Ich konnte meinen Stress regulieren und akzeptieren, dass, wenn ich das Objektiv nun geschrottet habe, es meine eigene Schuld ist. Ich würde daraus lernen und so konnte ich mich schnell wieder beruhigen.

Glücklicherweise funktionierte es noch einwandfrei und war nicht am Auseinanderfallen, wie ich zuvor gefürchtet hatte. Es war wirklich nur ein Riss am Filtergewinde, der die Staub- und Spritzwasserfestigkeit beeinträchtigt. Stören soll mich es nicht groß, da ich es voraussichtlich ohnehin nur drinnen verwenden werde. Auch befindet sich der Riss auf der Unterseite, wenn man die Kamera horizontal hält. Nur war der Filter immer noch nicht entfernt.

Der Riss spielte dann sogar zu meinem Vorteil mit. Er geht bis unter den Metallring des Filters, sodass man eine kleine Lücke hatte, in welcher man erkennen kann, wo der Ring aufhört. Es war die perfekte Stelle, um den Metallring mit einer Säge aufzutrennen, um ihn dann mit einer Zange aus dem Gewinde hinauszubiegen. So rief ich meinen Nachbarn und Kollegen an, erklärte ihm, was Sache ist, und fragte ihn, ob ich mir von ihm seine Metallsäge ausleihen darf. Er kam sogar zu mir und half mir bei meinem Unterfangen. Zwei Paar Hände waren hierbei auch sehr angenehm zu haben.

Schließlich haben wir den Ring genauso, wie zuvor beschrieben, entfernen können. Diesen Riss im Plastik überklebte ich anschließend mit fein zugeschnittenem Duct Tape, um ein wenig mehr Schutz bieten zu können. Auch die Gegenlichtblende habe ich für mehr Stabilität befestigt.

Heute bin ich ein großes Risiko eingegangen und hätte ein paar Hundert Euro verlieren können, aber ich konnte daraus viel lernen und sogar Erfolge erzielen. Nun habe ich dieses voll funktionsfähige Objektiv zu einem grandiosen Preis erlangt.

Danke an euch Kamerahändler und an meinen Nachbarn. Ich weiß eure Tipps und Hilfe wirklich zu schätzen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert