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Vor beinahe vier Jahren bin ich von zu Hause ausgezogen und im ersten Jahr des Alleinewohnens setzte ich mir eine Herausforderung: nicht auswärts essen gehen, außer in großer Gesellschaft. Bis auf seltene Verabredungen mit Freunden oder was es mal auf der Arbeit gibt, sollte alles, was ich zu mir nehme, bei mir zu Hause entstehen. Ich wollte mir damit gute Gewohnheiten im Hinblick auf Finanzen und Ernährung schaffen. Dies tat ich sehr erfolgreich, weil ich dies bis heute so mache. Doch eine Chance habe ich auf diesem Weg auch verpasst. All die Jahre hätte ich mich mit vielerlei Kochen und Küchentechnik beschäftigen können, um mein Spektrum zu erweitern. Leider tat ich es nie und war immer ein pragmatischer Esser. Das Gewöhnen an neutrale Geschmäcker ist in der Hinsicht vorteilhaft, dass ich mich ohne großen Aufwand effektiv ernähre. Für meine Ausbildung stehe ich jedoch stark im Rückstand.
Nun hatten wir mit dem ersten Lehrküchenblock begonnen und heute sollten wir fünf kleine Gerichte innerhalb von etwas über einer Stunde zubereiten. Zudem, dass es vieles in kurzer Zeit sein sollte, war mir so vieles an Zubereitungsmöglichkeiten nicht bekannt, was mich leicht überforderte. Im Endeffekt war das, was ich gekocht hatte, in Ordnung, nur fehlte richtiger Geschmack und vor allem mein Bewusstsein beim Kochen. Während unserer nachträglichen Feedbackrunde schrieb ich mir alles auf, was ich beim nächsten Mal besser machen möchte. Ich werde versuchen, dieses Logbuch konstant zu führen und meine Schwächen bzw. Defizite nach und nach zu reduzieren. Bei meinem privaten Einkauf heute Nachmittag kaufte ich mir sogar drei Dinge, die ich mir sonst nie hole: Champignons, Hähnchenbrust und zum aller ersten Mal in meinem Leben eine Aubergine.
Die Tage werde ich mich dransetzen und Neues probieren zuzubereiten

