Besser als ohnehin schon erwartet
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Ich bin hin und weg davon, wie gut die erste Woche war, und sie zeigte bereits eine Tendenz für die nächsten drei Jahre. Meine Lehrer und Dozenten sind großartig. Sie wollen lehren und machen das bisher unglaublich effektiv. Die Art und Weise, wie sie sich ausdrücken, ist auch überhaupt nicht roboterartig, denn sie präsentieren sich mit ihrer jeweiligen Persönlichkeit, machen Späße und versuchen nicht, hochgradig professionell zu wirken. Nichts wirkt scheinheilig und das genieße ich sehr. Mit unserem Jahrgang implementieren sie auch zum ersten Mal Gamifikation in den Unterricht. Uns stehen Lernspiele in verschiedensten Formen bevor und ich bin gespannt, zu sehen, wie sie es umsetzen.
Besonders klasse finde ich die Freiheit, die ich die nächsten Jahre genießen darf. Wir werden zwischendurch Tests schreiben. Diese sind jedoch nur dazu da, um unseren eigenen Leistungsstand zu prüfen. Das Einzige, was am Ende zählt, ist, wie das Staatsexamen verläuft. Hinzu kommt, dass wir keine Hausaufgaben bekommen bzw. wenn es welche gibt, dann machen wir auch früher Schluss mit dem Unterricht. Bedeutet: Ich kann mir vieles so einteilen, wie ich es möchte. Manche Menschen brauchen feste Fristen oder Zwischenprüfungen, die gewichtet werden, um voranzukommen. Ich jedoch gehe in einer solchen Freiheit auf. „Kein Stress“ bedeutet für mich, einem ausgewogenen Alltag folgen zu können, und das ist das, was mich langfristig gut dastehen lassen wird. Auch nett fand ich, dass wir am Freitag, nachdem wir nun einen ersten Eindruck der nächsten Jahre erhielten, einen Brief an uns selbst schreiben sollten. Worte, die uns in drei Jahren beim Staatsexamen motivieren. Diese wurden eingesammelt und werden zu gegebenem Zeitpunkt wieder an uns verteilt.
Für die ersten Wochen habe ich mir eine kleine Herausforderung gestellt: immer eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn da zu sein. Ich möchte dadurch genug Puffer haben, falls mit dem ÖPNV oder meinem Wecker mal etwas schiefgehen sollte. Auch möchte ich diese Extrazeit nutzen, um jeden Tag ein wenig zu lernen. Die nächsten Jahre werden voll und diese tägliche Praxis kann den entscheidenden Unterschied für mich bewirken. Leider bin ich in dieser ersten Woche nicht so sehr mit meiner Unterrichtsnachbereitung hinterhergekommen, wie ich es wollte. Ich weiß allerdings, dass die Umstände in dieser Woche auch nicht die besten dafür waren. Denn mit viel Organisatorischem, einer Hochzeitsfeier, einer Schicht in meiner Nebenbeschäftigung und einem spontanen Treffen mit zwei meiner neuen Mitschüler war es eine volle, aber tolle Woche.
Ich starte nun in Woche zwei mit mehr Kapazitäten und habe das Gefühl, dass ich in den nächsten drei Jahren alles bewältigt bekomme

