Er machte mir ein Geschenk, welches ich zunächst nicht erkannte
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Aktuell bin ich in Zürich, um einen Freund zu besuchen. Heute verbrachten wir den ganzen Tag am oder im Wasser bei verschiedenen Badestopps. Auch trugen wir den ganzen Tag einen großen aufblasbaren Ring mit uns, denn zum Ende des Tages, beim letzten Stopp, ließen wir uns von einem Fluss bis in die Nähe seines Zuhauses treiben. Es war ein großartiger Tag und ich bereue es ein wenig, dass ich drei Jahre seit meinem letzten Besuch habe vergehen lassen.
Als wir wieder in seiner WG angekommen waren, begegneten wir in der Wohnung noch einem seiner Mitbewohner. Bei meinem letzten Besuch vor drei Jahren hatte ich mit ihm eine sehr ausführliche Diskussion und durch mich war es eine sehr unnötige. Sie entstand durch einen Kommentar in der Runde, als ich mit meinem Kumpel und besagtem Mitbewohner abhing, dass sich jemand ein Eis kaufen möchte. Ich war damals noch nicht der Mensch, der ich heute bin. Ich war in einem starken Extrem des Geldsparens und sagte etwas in die Richtung von: Könnte man sich auch sparen. Daraus entstand ein Hin und Her darüber, dass der Wert des Eises individuell ist, dem ich aus heutiger Sicht auch zustimme, nur zu diesem Zeitpunkt stark verneinte. Ich weiß nicht einmal mehr, welchen Schwachsinn ich von mir gegeben hatte, um meinen lächerlichen Standpunkt zu vertreten. Jedenfalls kam ich im Laufe der letzten Jahre immer mehr zu der Realisierung bzw. an den Punkt, wo ich dem Mitbewohner meines zustimmen würde: Wenn du Bock auf ein Eis hast und es dir als Individuum das Geld wert ist, dann kaufe es dir. Weil es dein Leben ist und du die Freuden verspüren darfst, die du möchtest.
Als ich heute nach unserer Rückkehr den Mitbewohner sah, fragte ich ihn, ob er kurz Zeit für mich hätte. Nachdem er auf mich zukam und bereit war, mir zuzuhören, gab ich ihm den Kontext von vor drei Jahren und entschuldigte mich für meine unnötige Argumentation und bedankte mich bei ihm dafür, dass er seinen Standpunkt so ordentlich vertreten hatte. Wie viele andere Interaktionen, ließ auch dies einen Reiz bei mir zurück, welcher in mir, meiner Person und meinem Verhalten eine Veränderung bewirkte.
Er war zunächst sehr überrascht, das zu hören. Schließlich hört man so etwas nicht alle Tage und an die Situation konnte er sich auch nur noch wage erinnern. Jedoch hielt er es für großartig, dass ich ihm dies mitteilte. Er sagte mir, dass sich viele Leute nämlich nicht die Mühe machen, mit Schwoblern oder Dogmatikern zu diskutieren, weil es doch ohnehin nichts bringen würde. An diese Meinung glaubt er jedoch nicht. Er allein bewirkt vielleicht keinen Wandel, doch er kann durch seine Mühe dazu beitragen. Dies tat er letztendlich bei mir, und einen solchen Wandel mitgeteilt bekommen zu haben, war für ihn eine tolle Nachricht. Es wird ihn darin bestärken, immer wieder Diskussionen mit anderen Leuten anzufechten. Nicht um sie von seiner Meinung zu überzeugen, sondern um ihr mögliches einseitiges Weltbild zu erweitern.
Ich danke dir, dass du ein Teil meiner Entwicklung warst. Bleib so, wie du bist

