Viel über Sex gelernt

Genau diese Perspektiven brauchte ich


2–3 Minuten

|

463 Wörter

|


Aktuell befinde ich mich auf einem Retreat mit über zehn anderen, fremden Menschen. Wir alle sind da, um unser inneres Chaos nach außen zu tragen, um mehr zu unserer eigenen Mitte zu finden. Zu Beginn des Retreats setzte ich mir die Intention, mit jedem komplett offen über meine Problemthemen zu reden. Ich hatte über die Jahre eine Angst vor Sex entwickelt und eine ungesunde Beziehung zu meinem Körper. Früher fehlte ich nämlich, als wir Sexualkunde in der Schule hatten, und durch damalige mentale Probleme war ich auch sozial sehr eingeschränkt. Ich hatte keine Leute um mich herum, mit denen ich mich mal über das Thema Sex austauschte. Es war für mich immer etwas Weltfremdes. Im Laufe der Jahre habe ich entweder durch Film und Fernsehen oder teilweise auch im echten Leben gemerkt, wie manche Menschen zu früh Eltern wurden und deren Identität in jeder Hinsicht darauf beruht, Mutter oder Vater ihres Kindes zu sein. Eigene Interessen, Wünsche und Ziele waren kein Teil mehr ihres Lebens. An einen solchen Punkt wollte ich nie gelangen.

Damals fehlte mir vielerlei Wissen und jegliche Bezugspunkte, um besser wissen zu können, dass ich keine Angst davor haben brauche und Sex nicht nur das eine ist, wie es in der Popkultur präsentiert wird. Heute erzählte ich mehreren Menschen auf diesem Retreat von meinen Problemthemen und ich bekam viele tolle Sichtweisen von ihnen mit eauf meinen Weg:

Einer fragte mich, ob ich Angst vor Sex hätte oder Respekt. Also kontrolliere ich selbst, es nicht zu tun, oder kontrolliert mich die Angst? Früher kontrollierte mich ganz eindeutig die Angst. Mittlerweile setze ich mich jedoch mehr mit dem Thema auseinander. Nicht zu lange her hatte ich sogar ein Buch darüber gelesen. Angst habe ich nicht mehr, sondern nur noch Respekt. Aktuell entscheide ich mich aktiv dagegen, Sex zu haben, da ich vorerst noch ein wenig mehr darüber lernen möchte.

Ein anderer meinte zu mir, dass insgesamt noch zu wenig offen über das Thema Sex gesprochen wird und es behandelt werden sollte, wie Essen oder Spaziergänge. Als etwas ganz Normales. Auch gab mir diese Person ein entscheidendes Wort mit, nachdem ich nachfragte, was Leute überhaupt zum Sex bringt oder warum sie Lust darauf haben. Er sagte mir vieles und ein Wort war für mich dabei: Stimulation. Nicht, weil er es extra betonte. Auch nicht, weil ich glaube, dass Sex nur dafür ist, sondern weil es ein Wort ist, über welches ich noch nie nachdachte in diesem Kontext. Dieses Wort war für mich ein kleines Puzzlestück, welches ich an so vielen Stellen habe einsetzen können. In meinem Kopf schlossen sich neue Verbindungen zu diesem Thema und einiges ergab für mich das erste Mal so wirklich Sinn.

Ich hatte viele Gespräche, diese jedoch gaben mir am meisten mit. Vielen Dank

Weitere Inhalte zu ähnlichen Themen 👇
, ,