Selbst im Chaos können besondere Momente geschehen
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Die letzten zwei Tage hatte ich mit einer Freundin aus Stuttgart verbracht. Wir haben uns vor etwas über einem halben Jahr auf dem Geburtstag eines Freundes kennengelernt und seither den Kontakt digital gehalten. Es ist so schön, sie zu kennen, und die letzten Tage waren sehr wertvoll für mich.
Am Hauptbahnhof angekommen schaute ich nach, wie der aktuelle Stand meines Zuges ist. Meiner kam planmäßig später als ihrer, doch war ich froh, erneut nachgeschaut zu haben. Mein Zug hatte nun Verspätung angekündigt und meine wichtigen Anschlüsse hätte ich nicht mehr bekommen. Es war ein schnelles Hin und Her. Ich sah einen Zug, welcher in vier Minuten abfahren würde und welcher meine Anschlüsse ermöglicht. Es war auch die einzige Möglichkeit. Ich fragte einen DB-Mitarbeiter bei den Schienen, ob ich diesen Zug kostenlos nehmen dürfte, wenn ich mit meinem eigentlichen nicht den Rest meiner Fahrt schaffen würde. Er verwies mich zum Bahnbüro, welches mir nur ein halbes OK gab. Ich solle mich am Gleis noch beim Kontrolleur melden. Rüber zum Gleis gerannt, erhielt ich das zuverlässige OK, einsteigen zu dürfen.
Ein paar Sekunden wartete ich noch mit dem Einsteigen. Ich bin vorgerannt, um meine Fahrt zu garantieren, wollte mich jedoch noch bei der Person verabschieden, mit der ich die letzten Tage verbrachte. Sie holte mich noch ein. Unser Abschied war leider etwas kurz ausgefallen. Sich um den Zug zu kümmern, war ungünstigerweise zu spontan. Nach unserer kurzen, innigen Umarmung drückte sie mir noch einen gefalteten Zettel in die Hand. Ich konnte keinen Blick mehr darauf werfen, weil ich nun einsteigen musste.
Nachdem ich im Zug zur Ruhe kam, faltete ich den Zettel auf. Es war ein handgeschriebener Brief an mich mit den tiefsten Worten der Wertschätzung. Unter anderem, wie ich sie durch mein Sein dazu inspirieren würde, sich selbst besser zu behandeln und für andere Menschen ein Geschenk zu sein. Letztens beschäftigte sich ein Arbeitskollege von mir mit der Bedeutung von Vornamen und er teilte mir mit, dass Yannick im Hebräischen Gottesgeschenk bedeuten würde. Genauso ließ sie mich mit ihren geschriebenen Worten fühlen, wie ein Gottesgeschenk.
Danke, dass wir uns kennen

