Es scheint, als würde es mir besser gehen
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Vor eineinhalb Monaten hatten mein Date bzw. mein Nicht-mehr-Date und ich uns dazu entschieden, uns nicht weiterzusehen. Langfristig würde aus uns beiden nichts Stabiles werden, da wir zu inkompatibel sind. Neben einem Vertrauensbruch, welchen ich durch sie erlitt und noch am Verarbeiten bin, stand für mich seither noch eine weitere Sache offen: Sie hatte noch eine Dose von mir, die ich zurückwollte. Aus Glas, mit Plastikdeckel, perfekt für Mealprepping und zum Aufwärmen in der Mikrowelle.
Zu unserer gemeinsamen Zeit gab ich ihr ein paar Essensreste in dieser Dose mit, doch leider brachte sie mir diese nicht wieder. Trotz meiner Erinnerungen an sie sowie meiner Mitteilungen, wie sehr ich diese Dose im Alltag brauchte, dachte sie nie daran. Nachdem ich sie vor ein paar Wochen abermals daraufhin angeschrieben hatte, machten wir nach langem Schweigen ihrerseits endlich einen Zeitpunkt zum Übergeben der Dose aus. Sie kam auf eigene Faust vorbei und brachte sie mir. Es war schnell, ohne großes Reden. An sich keine besondere Situation, doch neben dem Erhalt meiner Dose durfte ich noch eine Sache über mich realisieren:
Durch ihren Vertrauensbruch und den daraus resultierenden Herzschmerz ging es mir mit dem Gedanken an sie in der letzten Zeit nicht gut. Zunächst fragte ich mich oft, ob unsere Zeit überhaupt echt war und ob sie jemals ehrlich zu mir war. Mein Kopf konnte mit diesen Gedanken relativ schnell zurechtkommen, mein Körper jedoch speicherte meine Emotionen sehr intensiv ab. Als ich ihr im Alltag mal zufällig begegnete oder von ihr eine Nachricht erhielt, reagierte mein Nervensystem sehr stark und manchmal fühlte ich mich, als wäre ich kurz vor dem Umkippen. In dieser Zeit des Unwohlseins hatte ich im Alltag oft Momente, in denen ich beinahe in eine Abwärtsspirale gefallen wäre. Jedes Mal konnte ich glücklicherweise die Gabelung erkennen und entschied mich nicht für die Wege meiner Coping-Mechanismen. Mit Essen vollstopfen, auf dem Sofa liegen und lange wach bleiben gehören unter anderem dazu und sie sind allesamt Dinge, die mir langfristig nicht wohl tun. Auch wenn es mit getrübtem Gemüt schwierig ist, entschied ich mich immer für den richtigen Weg. Ich lernte, kochte, machte Sport und ließ meinen Emotionen freien Lauf. Ich weinte, redete mit Freunden und ließ meine Gedanken heraus, statt sie in meinem Kopf kreisen zu lassen.
Als wir uns heute sahen und ich vorher auch noch Nachrichten von ihr erhielt, geschah dieser starke Abruf von Emotionen durch meinen Körper zwar immer noch, jetzt allerdings weniger intensiv. Es war nicht mehr so ein extremes Hoch und dadurch gab es genauso keinen extremen Abfall. Den Herzschmerz habe ich noch nicht vollständig verarbeitet, doch wie mir unsere Begegnung heute bewies, bin ich gut dabei. Unsere gemeinsame Zeit lehrte mich sehr viel und so auch der Nachgang.
Danke für alles, ich liebe dich. Zwar nicht mehr und wahrscheinlich niemals wieder auf eine romantische Weise, sondern nostalgisch und trotz allem wertschätzend

