Meine lebenslange Mission

Das ist mein Vorhaben und meine Motivation dahinter


4–5 Minuten

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844 Wörter

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In meiner Jugend ging es mir schlecht. Sehr, sehr miserabel. Mein Vater war der Mensch, zu dem ich immer aufgesehen hatte, und als ich eines Tages herausfand, dass er ein Krimineller ist und Menschen schadet, brach meine Welt innerlich zusammen. Es ist nichts, wofür ich zu Schulzeiten gemobbt wurde, niemand wusste davon. Doch mein Urvertrauen wurde stark beschädigt und ich war in einem durchgängigen Zustand der Trauer und Enttäuschung.

Mein Verstand war konstant benebelt, wodurch ich eine Lernblockade entwickelte. Ich hatte große Schwierigkeiten damit, Wissen aufzunehmen und zu verarbeiten. Rückblickend jedoch war das Schlimmste für mich, dass ich mich in dieser wichtigen Zeit nicht ordentlich entwickeln konnte. Meine Psyche bot mir keinerlei Gelegenheit, Interessen zu erforschen, soziale Kontakte zu bilden oder eine ereignisreiche Jugend zu haben. Zu nichts konnte ich mich treiben oder treiben lassen. Es war die anstrengendste Zeit meines Lebens. So oft hatte ich den Gedanken, auf einem Balkon oder am Bahngleis den Sprung zu wagen, um das Grauen in meinem Kopf nicht mehr ertragen zu müssen.

Glücklicherweise entschied ich mich in jedem dieser zahlreichen Momente dagegen. Denn heutzutage geht es mir besser. Extrem sogar. Ich habe es geschafft, aus diesem Tief herauszukommen und mittlerweile auf eigenen Beinen stabil im Leben zu stehen. Und meine Lebensqualität steigt mit jedem Jahr rasant nach oben. Mir geht es wahrlich gut!

Was mir geholfen hat, diese Kehrtwende zu schaffen, war zunächst, von anderen Menschen zu lernen. Über ihre Perspektive vom Leben zu hören und Einblicke in ihre individuellen Erfahrungen zu gewinnen. So habe ich mehr Empathie für andere Menschen, aber auch für mich selbst entwickelt.

Alles hat damals mit einem Video von Matt D’Avella begonnen, welches mir auf der YouTube-Startseite vorgeschlagen wurde. Leider weiß ich nicht mehr, welches Video es war, aber irgendwas über den Titel und das Vorschaubild, regte etwas in mir an, was mich schauen ließ. Dieses Video gab mir damals eine neue Perspektive und diente als erster Impuls, um aus meinem tiefen und dunklen Loch herauszukommen. Aus diesem einen Video wurden viele weitere Videos, die ich mir angesehen hatte. Irgendwann wurden es auch Podcasts und Bücher, die mir unzählige Einblicke ermöglichten.

Mit der Zeit blieb es nicht bei den Erfahrungen anderer, sondern ich begann, meine eigenen zu machen. Ich ging viel bewusster durchs Leben und traute mich, aktiv Neues zu versuchen. Von kleinen Dingen, wie eine andere Route beim Spazierengehen zu wählen, bis hin zu ziemlich großen. So habe ich mir erst letzte Woche meinen Kopf rasiert, um herauszufinden, ob ich meine Haare selbst kürzen kann, um künftig Geld beim Friseur zu sparen. Kleine und große Experimente, durch die ich nun seit Jahren eigenständig neue Perspektiven gewinne und etwas über mein Leben lernen und ggf. sogar verbessern kann.

Letztes Jahr (2025) war ein besonderes Jahr für mich. Ich habe die sogenannte Spark Night besucht. Es ist eine Veranstaltung von einem Freund, auf welcher man tiefgründige Fragen gestellt bekommt und die Möglichkeit hat, diese Fragen in offener Runde zu beantworten. Sowohl auf diesen Spark Nights als auch auf anderen Veranstaltungen und Treffen, hatte ich mich so viel und so offen mit anderen Menschen ausgetauscht, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Vor diesen Menschen meine Gedanken auszusprechen und Erfahrungen zu teilen, hat mir viel beschert.

Zum einen waren die Einblicke der anderen sehr wertvoll bzw. der aktive Austausch mit ihnen. Weil ich, anders als bei Videos, Podcasts und Büchern, in diesen Gesprächsrunden die Möglichkeit habe, Rückfragen zu stellen, um noch mehr zu erfahren. Und zum anderen, spiegelten mir diese Menschen auf Basis meiner Erzählungen wider, wer ich bin, wofür ich stehe und was ich kann. Dadurch erhielt ich Kritik zu meinem Selbstbild, wodurch ich besser reflektieren konnte. Auch bestätigten sich viele wundervolle Charakteristiken über mich, die ich mir bislang nicht eingestehen wollte.

Des Weiteren wurde ich vielfach als inspirierend und lehrreich für meinen bewussten Gang durchs Leben bezeichnet. Und das brachte mich zu folgendem Entschluss, einer Mission:

Ich werde weiterhin bewusst durchs Leben gehen und meine bisherigen Erfahrungen und meinen noch kommenden Weg mit der Welt teilen. Ich möchte Menschen anregen, über sich und ihr Leben nachzudenken, damit sie ihre eigene Lebensqualität verbessern und die Schönheit in den kleinen Momenten des Lebens erkennen können.

Ich bin nicht allwissend, aber Matt D’Avella war es damals auch nicht. Dennoch hat er als Katalysator für einen unglaublichen Wandel in meinem Leben gedient. Und genauso kann auch ich die Gedanken anderer Menschen durch meine Worte anregen, um Veränderungen zu bewirken.

Es ist der Grund, warum ich diesen Blog gestartet habe und warum ich aktiv lerne, mich vor Menschen ordentlich artikulieren zu können sowie vor der Kamera. Denn ich werde neben diesem Blog auch damit beginnen, Videos über mein Leben zu produzieren.

Mein Ziel ist es nicht, das große Geld zu scheffeln. Denn anders, als andere Influencer möchte ich nicht zum Sell-out werden. Ich möchte Menschen erreichen und eine Veränderung in ihrem Leben bewirken. Ich möchte eine Ecke im Internet kreieren, die ausschließlich aus ehrlichen Gedanken besteht, ohne jeglichen kapitalistischen Einfluss.

Ich freue mich sehr auf mein Leben. Es bleibt spannend

2 Antworten

  1. Richtig richtig toll geschrieben und sehr inspirierend!! Whatever you do, don’t give up on your mission!!!

  2. Avatar von Annalena
    Annalena

    Danke so sehr für diesen tollen und ehrlichen Beitrag, hat mich sehr inspiriert zu lesen. 🙏