Und es war mal wieder absolut anstrengend
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Auf einem Retreat im Mai hatten wir an Tag 2 zwei Aufgaben bekommen:
- Bis 16 Uhr fasten
- Bis 16 Uhr still sein und weder über Mimik noch Gestik kommunizieren
Es sollte dazu dienen, unseren Körper sowie unseren Geist zurückzusetzen, um vor Ort erst einmal anzukommen, bevor wir uns in den nächsten Tagen der Gruppe mit unseren Problemen öffnen. Manche vertrieben sich die Zeit durch Wandern, Lesen oder Schwimmen. Ich entschied mich dazu, mich auf einen Stuhl zu setzen und mehrere Stunden am Stück nichts zu tun. Ich empfand es insgesamt als sehr effektiv. Ohne zu weit auszuführen: Die ganze Geschichte hatte ich hier bereits geteilt.
Ich hatte mir nach dem Retreat vorgenommen, dies erneut zu Hause zu versuchen, und heute war es soweit. Ich entschied mich, bis 17 Uhr zu fasten und von 14:35 bis 16:35 Uhr nichts zu tun. Ich nahm mir einen Stuhl, setzte mich hin und machte absolut gar nichts. Gleich waren hierbei die Schmerzen am ganzen Körper durch das Sitzen und Nichtbewegen. Dieses Mal waren es zwar nur zwei und nicht vier Stunden, einige Faktoren machten es jedoch wesentlich schwieriger:
- Dieses Mal starrte ich nicht auf eine weite, leere Wiese, sondern direkt gegen eine weiße Wand. Ich hatte gar keine Tiefe und es war sehr ermüdend für meine Augen.
- Wegen der Geräusche von draußen, machte ich die Fenster in meiner Wohnung zu und es wurde in meiner Wohnung schnell stickig.
Weil die Herausforderung darin lag, nicht aufzustehen, bis der Timer ertönte, konnte ich an diesen Umständen auch nichts mehr ändern. Ich musste nun mit ihnen leben.
Im Laufe der Zeit habe ich es leider nicht erneut in die Sein-Zone geschafft, in welcher ich meine Schmerzen nicht mehr spüre. Diese quälten mich die ganze Zeit über. Es war eine wirklich anstrengende Zeit. Was jedoch gleich blieb, war die unendliche Befriedigung und Dankbarkeit, welche ich im Nachhinein verspürte. Ich machte meine Fenster auf, inhalierte frische Luft und legte mich für einige Minuten auf meinen Teppich, mit dem fettesten Grinsen auf meinem Gesicht. Das Fasten brach ich anschließend mit selbstgemachter Pizza.
Es war hart, aber ich bin froh, es wieder getan zu haben. Ich werde es wieder in drei Monaten versuchen und sehen, wie sich der längere Zeitabstand für mich verhält. Ich möchte hierin eine Routine finden, denn ich merke, dass mir dieser Prozess insgesamt eine Menge schenkt

